Ich bin es leid

immer nur funktionieren zu müssen, wie ein Roboter. Der einzige Sinn in meinem Leben besteht momentan darin, für andere Leute da zu sein und sie mit meinem Beistand am Leben zu erhalten. Dass ich dabei krepiere und zur emotionslosen Hülle werde zählt schon lange nicht mehr. Wenn ich über meine Gefühle reden möchte, dass ich mich am liebsten vom nächsten Hochhaus stürzen würde, dann heißt es nur, dass man sich den meisten Stress selbst macht, dass ich es mir bloß einbilde, sämtliche Leute in meinem Umfeld zu enttäuschen. ODER, und das ist meine Lieblingsantwort, dass ich mich nicht so anstellen soll, dass ich doch alles habe! Ich habe doch beide Eltern, und ein Dach über dem Kopf, und ich habe einen Job. Hurra, mein Leben ist super. Ich will nicht versnobbt klingen, ich bin dankbar dafür, dass ich nicht auf der Straße lebe, dass meine Eltern noch leben, nach all der Scheiße, die in den letzten Jahren passiert ist... Aber - ich bin nicht glücklich. Ich bin eigentlich todunglücklich, sehe keinen Sinn in meinem Leben, sehe keine Perspektiven, keine Hoffnung, dass es jemals wieder besser wird. Von Tag zu Tag trage ich mich aus dem Bett auf die Arbeit zu meinem Freund und dazwischen "lebe" ich dann sozusagen. Ich habe das Gefühl, dass mich niemand stützt und um mich Sorgen macht. Ich komme ja klar, ich bin ja selbstständig - ist ja auch richtig, aber irgendwann wird mir der ganze Stress und Druck zu viel. So viele Sorgen schwirren durch meinen Kopf, dass ich mir am liebsten die Kugel geben würde. Aber ich habe ja einen Job und meine Eltern und ein Dach über dem Kopf. Da ich schon vor Jahren mir geschworen habe, mich nicht umzubringen (da es egoistisch ist und ich eigentlich leben *will*), weiß ich einfach nicht, wie ich aus dieser Misere entkommen soll. Wenn ich nicht mehr funktioniere, ufert alles im Chaos aus, und dann geht es mir noch schlechter. Was soll ich tun? Wo soll ich hingehen? Am liebsten würde ich einfach verschwinden. Ich wünschte, es würde jemand kommen und mich retten, vor mir selbst, vor den Leuten, die mich ungerecht behandeln, vor der Enttäuschung, die ich spüre. Ich habe nicht nur das Gefühl, jeden und alles enttäuscht zu haben - ich habe auch mich selbst enttäuscht, und das ist eigentlich noch am Schlimmsten, da ich von mir mehr erwartet habe. Nie wollte ich gewöhnlich sein, und jetzt bin ich ein gestörter Langweiler, für den sich niemand interessiert. Oder sagen wir es so - nicht genug interessiert, denn ich habe Verpflichtungen, für andere da zu sein. Es bringt auch nichts, darüber zu reden, weil es eh nichts ändert. Aber ich kann langsam nicht mehr, und ich weiß auch nicht weiter, und es ist auch nicht mehr lustig oder halbernst gemeint. Mein Leben nervt mich, es frisst mich auf und zerstört mich, und ich weiß nicht mehr weiter. Wenn ich einen Weg wüsste, würde ich mein Leben derart in die Hand nehmen, dass ich glücklich sein könnte - aber für mich gibt es keinen einfachen Weg.
25.11.11 16:59
 


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